Das Geheimnis flüssiger Akkordwechsel
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Das Geheimnis flüssiger Akkordwechsel

Kennst du das auch, dass es bei den Akkordwechseln immer wieder mal klemmt und stockt? Mit diesem Video wird das der Vergangenheit angehören. Denn hier lüften wir das Geheimnis, wie du Akkordwechsel superschnell flüssig spielen kannst!

Akkordübungen sind nicht die Lösung

Immer wieder höre ich den Ansatz, dass man in diesem Fall halt einfach mehr Akkordübungen machen muss und dann die Wechsel mit der Zeit schon klappen werden. Da habe ich eine gute Nachricht für dich: Das ist gar nicht nötig, um wirklich flüssig und ohne stocken nach Akkorden spielen zu können. Es geht viel, viel einfacher und schneller! 🙂

Das ändert aber nichts daran, dass Akkordübungen natürlich eine super Sache sind und helfen, beim freien Klavierspielen voranzukommen. Sie sind aber nicht zwingend nötig und lösen das Problem mit dem Stocken bei Akkordwechseln nicht wirklich.

Akkordwechsel intuitiv spielen

Es gibt beim Üben von etwas Neuem am Klavier zwei wichtige Ebenen. Einerseits die Verstandesebene (Kopf) und andererseits die intuitive Ebene (Gefühl). Was ich bei vielen immer wieder im Klavierunterricht beobachte ist, dass sie bei der Verstandesebene hängen bleiben. Das führt dann dazu, dass sie bei komplexeren Bewegungsabläufen, wie einem Akkordwechsel, immer wieder ins Stocken kommen. Der Kopf kommt da in Echtzeit einfach nicht mit.

Es ist daher absolut essentiell wichtig, dass wir so schnell wie möglich dahin kommen, intuitiv aus dem Gefühl einfach Bewegungsabläufe abrufen zu können. Jeder tut dies bereits tagtäglich. Zum Beispiel beim Binden eines Schnürsenkels, beim Auto fahren, beim Gehen, etc. Eigentlich bei allem, was wir gelernt haben, können wir schlussendlich einfach intuitiv die nötigen Bewegungsabläufe schnell abrufen und umsetzen. Sobald wir aber beginnen dabei zu denken, "Hm, wie geht das nochmal genau", dann fallen wir in die Verstandesebene zurück und beginnen wieder von vorne... Wir kommen dann ins Stocken!

Nun hat aber auch der Verstand eine wichtige Aufgabe. Und zwar beim Lernen von etwas Neuem am Klavier. Um das Ganze konkret zu verstehen, schauen wir uns die zwei Ebenen anhand folgender Beispielakkordfolge im Video an:

I Am    I F     I C    I G     I

Neue Akkorde und Wechsel lernen

Beim Lernen von neuen Akkorden und Akkordwechseln, brauchen wir effektiv zuerst einmal den Verstand (Kopf). Wir müssen die Finger sozusagen auf den Tasten dirigieren, damit sie lernen, eine neue und unbekannte Bewegung auszuführen. Das Vorgehen ist dabei zusammengefasst wie folgt:

  1. Mache kleine Abschnitte und übe vorerst nur zwei Akkorde, also einen Wechsel
    => in unserer Beispielakkordfolge wäre das zuerst einmal der Wechsel von Am zu F
  2. Versuche dir die Tasten gut einzuprägen und wie im Geist zu markieren
  3. Spiele nun den A-Moll Akkord und versuche den F-Dur Akkord im Geist vorauszusehen
  4. Führe erst dann die Bewegung aus, wenn du den nächsten Akkord, hier F-Dur, voraussehen kannst und springe dann direkt zu F-Dur ohne Umwege und Suchen der Tasten
  5. Wiederhole das mehrmals, bis der Verstand bereits etwas zurücktreten kann und der Bewegungsablauf vertrauter wird


Erfahrungsgemäss sind jeweils nur ca. 10 - 15 Wiederholungen nötig, bis die Verstandesebene schon etwas abnimmt und das Spielen mehr und mehr zu einem vertrauten Bewegungsablauf wird. Du spielst dann schon etwas mehr nach Intuition aus dem Gefühl heraus.

Akkordwechsel noch flüssiger und intuitiver spielen

An dieser Stelle ist es sehr wichtig, den nächsten Schritt zu gehen und die Wechsel noch flüssiger und intuitiver hinzukriegen. Ziel ist, dass der Verstand völlig in den Hintergrund tritt. Das schaffst du gemäss der Anleitung im Video, indem du den Fokus auf das Fühlen legst und nicht mehr auf das Sehen/Kontrollieren.

Du kannst z.B. die Augen schliessen und die Bewegung nun nach Gefühl (wichtig ohne zu Denken!) ausführen. Meine Schüler sind immer wieder erstaunt, wie schnell das schon möglich ist.

Wenn du dies einige Male so geübt hast und merkst, dass du nun hauptsächlich aus dem Gefühl spielst und einfach einen Bewegungsablauf abrufst, bist du bereit für den Schlusstest: Das Spielen des Akkordwechsels in schnellem Tempo.

Wenn das gelingt, dann ist das der Beweis dafür, dass du die Bewegung wirklich intuitiv spielen kannst. Denn nur intuitiv können wir schnelle, komplexe Bewegungen ausführen - der Verstand kommt da in Echtzeit nicht mehr mit.

Akkordwechsel vorausschauend spielen

Auch wenn die oben genannten Punkte durchgegangen bist, kann es sein, dass es beim Spielen der Wechsel mit dem Begleitpattern im Tempo dann nochmals klemmt. Aber keine Sorge, auch dafür gibt es einen tollen Trick!

Und zwar das vorausschauende Spielen der Akkordwechsel. Damit ist gemeint, dass wir den letzten Anschlag des letzten Akkordes nur so lange wie wirklich nötig spielen und danach gleich mit der Hand/Fingern zum nächsten Akkord springen. Ganz wichtig dabei ist, vorerst einmal nur die Finger zu platzieren, kurz zu warten, und erst dann den nächsten Akkord zu spielen. Sie dir dazu die Übung im Video ab 7:42 an.

Die Akkordwechsel gehen so viel entspannter, da wir beim vorherigen Akkord sozusagen etwas Zeit abgezwackt haben und nun so mehr Zeit für einen entspannten und flüssigen Wechsel haben.

Flüssige Akkordwechsel in der Praxis

Wenn du diese beiden Punkte des intuitiven und des vorausschauenden Spielens von Akkordwechseln beachtest und entsprechend übst, wird du verblüffend schnell flüssige Akkordwechsel ohne Stocken hinkriegen.

Gehe dabei so vor, dass du immer jeweils einen Wechsel aufs Mal übst (z.B. Am zu F) und danach den nächsten (z.B. F zu C) usw. Danach kannst du auch grössere Teile zusammenhängen und falls verwendet auch das Haltepedal miteinsetzen. Erst am Schluss kommt dann auch das Begleitpattern dazu.

Dieses Vorgehen zahlt sich enorm aus und du wirst so Akkordwechsel viel schneller lernen, wie bisher!

Viel Freude dabei und viel Spass an den Tasten!

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